Wasserscheue Riesenotter-Kinder lernen das Tauchen im Waisenhaus

„Als Kinder scheuen sie das Wasser und paddeln unbeholfen herum wie junge Hunde“, sagt Diane McTurk. Auf ihrer Karambu-Ranch im Südwesten Guyanas lehrt die Tierfreundin verwaisten Riesenottern zu schwimmen und zu tauchen, um sie fit für das Leben in der Wildnis zu machen. Doch trotz aller Mühe ist das Ende manchmal tragisch…

„Die größte Gefahr für die kleinen Otter sind ihre Artgenossen“, weiß McTurk. „Ausgewachsene Männchen töten immer wieder fremde Jungtiere gleichen Geschlechts, wenn sie ihnen im Fluss begegnen.“ Vier ihrer Schützlinge verlor die Rancherin auf diese Art, zwei fielen Kaimanen zum Opfer. Bei insgesamt 37 schwimmhäutigen Waisenkindern, die sie bisher aufzog, keine schlimme Ausfallsquote.

Die Baby-Otter sind kaum ein paar Wochen alt, wenn sie nach Karanambu kommen. „Manchmal läßt sie ihr Rudel zurück oder die Mutter stirbt“, vermutet McTurk. Die 75-järige bringt die Winzlinge in ihrem Badezimmer unter und füttert sie mit dem Fläschchen und kleinen Fischstückchen. Auf ihrer Ranch ist eine Person nur damit beschäftigt, die Fische für die schnauzbärtigen Zöglinge zu fangen. Die Riesenotter bedanken sich auf ihre Art. Die Ziehmutter: „Einige meiner Babys kom-men mich jedes Jahr an unserem Flussufer besuchen, samt Familie.“ Für die Gäste auf der Karanambu-Lodge ein kribbeliges Erlebnis: Ausgewachsen messen die „Babys“ gut zwei Meter, mit einem Gebiss wie ein Jaguar.