Groß war der Schrecken der Feinschmecker: Süßwasserkrebse aus lokaler Zucht sind eine von den Gourmets Martiniques hochgeschätzte Spezialität in kreolischer Sauce, vom Grill oder mit Teigbällchen aus der Pfanne (Ansichtskarte oben). Doch plötzlich blieb aus geheimnisvollen Gründen der Nachwuchs der köstlichen Krustentiere aus.

Bernhard Grdseloff

Von einem Tag auf den anderen versagte die millionenteure Brutstation der Insel. “Die Larven starben in den Aufzuchtbecken massenhaft weg”, erinnert sich André Mangatal. Der Geschichtslehrer hängte seinen Beruf kurzerhand an den Nagel und bastelte sich im Garten eine eigene Brutanlage. Seitdem liefert er den Krebszüchtern den Nachwuchs.

“Die Zuchtkrevetten stammen aus Asien, wo sie zur Brutzeit in die brackigen Flussmündungen wandern”, verrät der Experte. “Damit die Babykrebse überleben, müssen Temperatur und Salzgehalt des Wassers genau den natürlichen Bedingungen entsprechen, außerdem ist absolute Hygiene Voraussetzung”.

“Die heimischen Flusskrebse Martiniques sind nicht so zart besaitet, für die Zucht aber ungeeignet. André Mangatal: “Sie sind Kannibalen, da bleibt für die Feinschmecker wenig übrig”.