Wir befinden uns im Zeitalter der Globalisierung. Die ganze Welt ist von Industrie-Schokolade internationaler Konzerne überschwemmt… Die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Grenadinern bevölkertes Dorf schlägt zurück: mit einem Wunder-Rezept aus selbstgezogenen Kakaobohnen – und einem Schoko-Asterix als Helden.

Von Bernhard Grdseloff

Im Alter von 19 Jahren zog es Mott Green in die Karibik. Mitten im Dschungel Grenadas baute er sich ein Bambushäuschen und lebte dort von den Früchten der Natur. Nach 10 Jahren trat der Elektriker aus New York aus dem Urwald und verkündete: “Ich mache die beste Schokolade der Welt.“
“Im Wald habe ich mir aus Kakaobohnen selbst ein Getränk gebraut und bin auf den Geschmack gekommen“, erzählt der heute 40-jährige. ‘Grenadas Kakaobohnen gehören zu den besten und teuersten Sorten der Welt.“

Von Schokoladenherstellung hatte der Self-Made-Robinson-Crusoe freilich keine Ahnung. “Alles was wir hatten, waren einige kopierte Seiten aus einem Fachbuch.“ Drei Jahre lang experimentierten Green und ein Partner aus dem Dorf herum, bastelten Maschinen und probierten Rezepte. Green: “Erst im Jahr 2001 waren wir so weit, dass uns unsere eigene Schokolade wirklich geschmeckt hat.“

Die Schoko-Fundis bauen ihren Kakao ökologisch an und erzeugen daraus in ihrer kleinen Fabrik im Dorf Hermitage im Norden Grenadas nach ihrem Wunderrezept eine zartbittere Köstlichkeit der edelsten Art. “Es gibt auf der Welt kaum kleine Hersteller, die wie wir von der Kakaobohne ausgehen“, sagt  Green. “Die meisten kaufen Kakaobutter zu.“

Der Lohn der Mühe: Beim Wettbewerb der renommierten ‘Academy of Chocolate“ in London gewann die Grenada Chocolate Company  letztes Jahr die Bronzemedaille. “Die beste Schokolade der Welt ist eine Illusion, weil die Geschmäcker verschieden sind“, sinniert Green. “Aber wir gehören zu den Besten!“