“Wenn wir spielen, bekommen die Zuschauer etwas zu sehen“, gibt sich Livingston Nelson selbstbewusst. Aus den traditionellen Trommelklängen Grenadas entwickelte er mit seinen Tivoli Drummers etwas völlig Neues: Ein minutiös organisiertes Spektakel, bei dem sich heiße Rhythmen mit faszinierenden Bewegungsabläufen mischen.

Von Bernhard Grdseloff

Nelsons Heimatort Tivoli im Nordosten der Insel ist Grenadas Trommelhochburg. “Bei uns wird noch dem alten afrikanischen Schango-Kult gehuldigt, bei dem Trommeln eine wichtige Rolle spielt“, sagt  der Künstler. “Außerdem sind viele im Dorf indischer Abstammung und haben ihre eigene Trommelkultur.“

Zur traditionellen Trommelmusik der Gewürzinsel gehören das kraftstrotzende Bongo und der Stocktanz Kalinda. Doch Nelson faszinierte auch die Art, mit der Japaner und andere asiatische Völker die Trommel schlagen: “Ihre Technik ist total rituell, jede Bewegung stark reglementiert und diszipliniert“, erklärt er. “Unser afrikanisch geprägtes Trommeln ist dagegen wild und voller Leben.“

Der Musiker Beschloss, beide Elemente zu verknüpfen und gründete vor 10 Jahren die ‘Tivoli Drummers“.  Die Spezialität der Truppe ist “choreographiertes Trommeln“, ein Feuerwerk für Augen und Ohren. Nelson: “Die Bewegungen der Trommler sind genau eingeübt und aufeinander abgestimmt, das Publikum bekommt nicht nur etwas zu hören, sondern auch viel zu sehen.“

Ihren großen Auftritt haben die Tivoli Drummers beim jährlichen Grenada Drum Festival. An dem internationalen Trommler-Ereignis nehmen Gruppen aus der Karibik, Kanada, USA und China teil.