Im Paradies sind selbst die Liebesqualen süß. Zumindest gilt das für den Archipel von Les Saintes im Süden Guadeloupes. „Tourments d‘Amour“, übersetzt „Liebesqualen“ nennt sich dort eine besondere Art von Kuchen.

Bernhard Grdseloff

Wenn die Fischer frühmorgens auf das oft gefährliche Meer hinausfahren, bereiten ihre Frauen die Köstlichkeit zu: gequält von der Angst um ihre Liebsten. Das sorgsam gehütete Rezept kennt Mylene Mathias von ihrer Mutter: Mürbeteig gefüllt mit einer speziellen Konfitüre aus Kokosnüssen, Zimt, Limetten und anderen exotischen Zutaten.

„Natürlich habe ich schon welche für meinen Freund gebacken“, sagt die hübsche Insulanerin. „Die wichtigste Zutat ist die Liebe, mit der man sie zubereitet.“ Auf dem Foto trägt Mylene den typischen Hut der Bewohner von Les Saintes, dessen Ursprung in Asien vermutet wird.

Rätselraten um Les Saintes seltsamen Hut
Der Form nach könnte er aus Indochina kommen: Die Bewohner der kleinen Inselgruppe Les Saintessüdlich von Guadeloupe stammen aber fast alle aus der Normandie. Fest steht, daß ihre Kopfbedeckung auf der Welt einzigartig ist: Statt direkt am Kopf sitzt der spitz zulaufende Schirm auf einem 15 cm hohen, geflochtenen Zylinder. Es ist keine Damenhut – getragen wird das Stück traditionell nur von Männern, und zwar von den Fischern.