Wer hoch hinaus will, sollte sich die Latte möglichst tief legen: Beim Limbo gelten andere Regeln als im normalen Leben. Der Partyspaß, der in Tobago zum Standardprogramm für Touristen gehört, hat auch eher mit dem Jenseits zu tun: „Es handelt sich eigentlich um einen alten Totentanz aus Afrika, der noch in meiner Jugend ausschließlich bei Begräbnissen vollführt wurde“, weiß Tobagos Limbo-König Arthur Peterkin.

Bernhard Grdseloff
„Limbo symbolisiert den Übergang vom Diesseits ins Jenseits“ erklärt der Volkskünstler. „Die flammende Querlatte, unter der man mit den Knien voraus durch muss, ist der Tod. Dahinter ersteht man wieder auf zum ewigen Leben.“ Der Tanz gehört zur Zeremonie der Bongo-Nacht, bei der die Seele des Verstorbenen in eine andere Welt geleitet wird.

Peterkin: „Auch die Bongo-Trommeln haben ihren Ursprung in diesem Brauch.§ Der athletische 48-Jährige begann schon als Jugendlicher Limbo zu praktizieren und ging mit seinem Können auf Welttournee. Unter anderem trat er Ende der 70er Jahre in der Schweiz auf und lebte von 1990 bis 1998 in Deutschland. In seinen besten Jahren konnte er sich unter einer kaum 15 cm hohen Latte durchschlängeln. „Jetzt schaffe ich nur noch 20 Zentimeter“, zwinkert der Artist.

Inzwischen besorgt sein jüngerer Bruder Ashton (38) die Auftritte in den Hotels und Nichte Sophia sekundiert mit Volksliedern und traditionellen Tänzen. Arthur selbst hat sich mehr auf das Musizieren verlegt: Unter dem Künstlernamen P. King produziert er gerade seine zweite CD: Eine Mischung aus Bongo, Reggae, Socca und Shango-Musik.